Suizid – Wie soll ich damit weiterleben?

Gruppe für Erwachsene, die einen nahe stehenden Menschen durch Suizid verloren haben.

 

 

Einen lieben Menschen für immer zu verlieren, ist immer furchtbar. Aber wenn dieser Mensch selber entschieden hat zu gehen, dann tauchen Fragen auf, die sich im Fall von Unfalltod oder Tod nach Krankheit nicht stellen. Die Frage danach, was denjenigen dazu gebracht haben mag, freiwillig aus dem Leben zu gehen, die Frage nach der eigenen Schuld.

 

Suizid ist keine Lösung, d.h. der Mensch, der geht, nimmt die Probleme, die oft das gesamte Beziehungsgeflecht betreffen, nicht mit. Für die Hinterbliebenen ist es meist sehr schwer zu unterscheiden, was zu wem gehört. So entsteht eventuell das Gefühl irgendwie 'mit drinnen zu hängen', man weiß aber nicht genau wie und warum. Dies gilt es für sich zu klären, um frei sein eigenes Leben leben zu können.

 

Für Menschen, die mit Suizid noch nie in Berührung gekommen sind, ist es oft unmöglich, sich in die Situation von Hinterbliebenen von Suizidenten hinein zu versetzen. Aber auch im eigenen Verwandten- und Freundeskreis ist nicht immer das Verständnis vorhanden, welches nötig wäre, um sich nicht zusätzlich zu der unendlich großen Trauer mit einem Stigma versehen zu sehen. Suizid gilt auch heute noch als ein Tabu. Darüber zu sprechen ist nicht immer so ohne weiteres möglich. So entstehen Gefühle wie Verlassen- und Ausgeschlossensein in der Trauer nach einem Suizid, weil die Umwelt mit Unverständnis reagiert.

 

In dieser Gruppe gibt es Raum für das Verstehen der eigenen psychischen Katastrophe, die plötzlich über einen herein gebrochen ist. Auch wenn dieses Erlebnis schon länger zurückliegt, kann eine Klärung immer noch wichtig sein.

Dabei sind alle Gefühle 'richtig', neben Ängsten und Verstörung auch Wut und Agressionen gegenüber dem Verstorbenen.

 

Zusammen mit gleich Betroffenen ist es einfacher, ein normales Verhältnis zu einer unnormalen Situation zu entwickeln. Die Erfahrung, nicht allein so eine Katastrophe bestehen zu müssen, ist ein großer Trost und gibt viel Halt in einer Situation, in der man oft denkt, dass einen nichts mehr hält. So können dann allmählich Perspektiven entstehen für das weitere Leben, in dem es wieder Vertrauen und Zuversicht gibt.

 

 

Leitung:        Birgit Sonnabend, Dr. Christine Schroth

 

Treffen:         2. und 4. Freitag im Monat, 18:30 - 20:30 Uhr

 

Kosten:         10,00 € pro Treffen

                        für Erstgespräche erbitten wir eine Spende von 10-20 €

 

Anmeldung: 040 – 36 11 16 83 (ITA-Büro)