TrauerbegleiterInnen Ausbildung

 

Leitung

Jutta Rust-Kensa, Dipl.-Psych.

Harriet Kämper, Trauerbegleiterin

 

Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V.

Hamburg

Trauernde und ihre Begleitung 

 

Nur zwei Schemen zeigt die Zeichnung zuerst, inspiriert durch die Geschichte der trauernden Jünger. Diese Menschen haben ihren wichtigsten Ergänzer, den sie lieb hatten, durch Mord verloren. Sie gehen zurück, dahin, woher sie einst gekommen sind. Von Jerusalem nach Emmaus. So berichtet die alte Geschichte.

 

Der Emmausweg ist der Trauerweg par excellence. Man kann vom Ort des Todes weggehen, aber die Trauer nimmt man mit. Wer Trauerbegleitung erfahren und lernen will, könnte in diese Geschichte einsteigen, könnte sogar selber den Weg mitgehen.

 

Es haben sich immerhin zwei zusammen geschlossen, um einander von dem schrecklichen Ereignis zu berichten, erste Worte zu finden nach der entsetzten Sprachlosigkeit, erste Mitteilung, miteinander teilen des Entsetzlichen. Gleich dreimal taucht in den Sätzen der alten Geschichte das Reden und Erzählen auf, wichtigster Teil eines Weggeschehens. Hier werden Sterbe- und Lebensgeschichten erzählt.

 

Interessant für alle Zeiten ist der Dritte oder das Dritte oder die Dritte. „Es sind die Toten, die mit uns gehen und auf dem Weg erscheinen“, hat jemand in unserer Arbeit gesagt. Trauernde, so kann man es auch sehen, sehen anders als Nicht-Trauernde, sehen eben auch, wenn etwas hinzutritt, was sie vermissen, was sie geliebt haben und wonach sie sich sehnen. Ihnen muss man nicht erst die Augen öffnen.

 

Von dem, was Trauernde sehen und hören, von ihren „brennenden Herzen“ und ihrer Sehnsucht nach Mitteilung kann die Trauerbegleitung lernen. Bei den Erlebnissen von Trauernden mag die Trauerbegleitung in die Schule gehen. Den Trauernden gilt unsere Bitte: Bleibt bei uns, damit wir mit euch zusammen „das Brot brechen können“.

 

Hören wir also auf das, was die Trauernden zu erzählen haben, wem sie begegnen auf ihrem Weg und wann ihr Herz brennt. Sie und wir leben in Trauer und Begleitung von der Begegnung mit jenem geheimnisvollen Dritten. Das wollen wir nicht vergessen.

 

Wolfgang Teichert  

 

Titelbild der TBA-Broschüre: „Der Weg nach Emmaus“  ãGrafik Christine Oelkers, Hamburg 2003

Christine Oelkers ist die Mutter von Martin. Er ist mit 13 Jahren an einem Gehirntumor verstorben. Ihr Bild entstand in der Erinnerung, ihren Sohn begleiten zu dürfen. In der Grafik drückt sie die Erfahrung der unterstützenden und stärkenden Kraft aus, die beide diesen Weg gehen ließ.

 

Ausgangspunkt · Leitlinien · Ziele

 

Vor etwa 20 Jahren entwickelte sich die Trauerarbeit in der Evangelischen Akademie Nordelbien. Im Rahmen eines damals zeitgemäßen Seminars „Umgang mit Sterbenden“ wurde die Frage nach der Begleitung von trauernden Angehörigen gestellt. Dieses war die Initialzündung für die „Verwaisten Eltern“, ein besonderes Angebot für Eltern, die ein Kind verloren haben und bis zu diesem Zeitpunkt keinerlei Unterstützung bekamen. Zunächst zu Vorträgen über Trauer eingeladen, forderten die Eltern bald Gruppen, in denen sie selbst sprechen konnten und gehört wurden.

 

Viele Menschen nahmen die Idee der „Verwaisten Eltern“ auf und starteten Initiativen in ihrer Region. Inzwischen sind es etwa 300 Gruppen. Vom Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V. wurden zusätzlich Angebote für trauernde Geschwister, Trauer nach Partnerverlust, nach dem Tod der Eltern und für trauernde Männer entwickelt.

 

Bald fragten BegleiterInnen nach Unterstützung und Fortbildung. Aus anfänglichen Veröffentlichungen und Wochenendseminaren entwickelte sich 1989 die TrauerbegleiterInnen-Ausbildung. Hierbei handelt es sich um ein ständig weiter zu entwickelndes Curriculum, das aus der Praxis entstanden ist und den Anforderungen der Praxis standhalten muss.

 

Die Frage tauchte auf, weshalb es nötig ist, Trauerbegleitung anzubieten und dafür Menschen auszubilden. Die Antwort: Damals wurden in unserer Gesellschaft Sterben und Tod ausgegrenzt, und es gab keine Trauerkultur und schützende Räume für trauernde Menschen. Einzelberatung, regelmäßige Gruppenangebote und Wochenendseminare treten an die Stelle vergangener Rituale. Sie gaben den Raum, die eigene Trauer zu fühlen, sich mit ihr auseinander zu setzen und anderen zu begegnen. Inzwischen sind diese Gruppenangebote selbstverständlich geworden. Es bleibt weiter ein zentrales Anliegen vom Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V., eine besondere Haltung der TrauerbegleiterInnen zu etablieren.

 

Da Trauer ein komplexes Geschehen ist, sind wir der Meinung, dass es nicht eine Theorie oder Methode der Begleitung gibt, sondern das Wesentliche vollzieht sich durch die Persönlichkeit und Identität des Begleiters/der Begleiterin. Trauernde Menschen zu begleiten, verlangt zu allererst Authentizität und die Bereitschaft, Leid nicht „wegmachen“ zu wollen, sondern mit auszuhalten. Das sich Einlassen auf schwere und lange Wege der Trauer heißt in der Ausbildung eine Auseinander-setzung mit eigenen Verlustkrisen und Trauererfahrungen (Selbsterfahrung), eine Konfrontation mit den Inhalten und Ergebnissen der Trauerforschung (Information) und der Überprüfung der Anwendbarkeit in der Praxis (Reflexion). Dieses Lerndreieck verlangt von den Auszubildenden eine große Flexibilität, da sie sich auf unterschiedlichen Ebenen innerhalb einer Ausbildungseinheit bewegen müssen.

 

Hauptziel der Ausbildung ist, Menschen nicht in  einer  therapeutischen Methode zu schulen, sondern sie zu befähigen, den Menschen in seiner Einzigartigkeit wahrzunehmen, ihn in seinem Trauerprozess zu begleiten, indem Hilfe gegeben wird, das, was ist, auszusprechen und zu bedenken, um dann eigene Schritte zu entdecken und zu gehen. Das Ziel ist kein vorgegebener Weg, sondern das Aushalten und Annehmen. Nicht die BegleiterInnen wissen, was für die Trauernden gut ist, sondern die Trauernden wissen es in ihrem Inneren selbst. Die BegleiterInnen stellen sich als Gegenüber zur Verfügung mit Aufmerksamkeit, mit ihrer Intuition und mit allem, was sie gelernt haben (Zuhören, Nachfragen, Schreiben, Malen, Musik, Bücher, Texte, Rituale, Gedichte und vieles mehr).

 

Die 2-jährige Gesamtausbildung unterteilt sich in 11 Einheiten, jeweils mit einem eigenen Schwerpunkt. Die Einheiten haben sich aus den Erfahrungen in der Trauerbegleitung entwickelt, unterliegen der ständigen Weiterentwicklung und werden von unterschiedlichen ReferentInnen vermittelt, die sich in ihrem Fachgebiet und in der Auseinandersetzung mit den Themen Sterben, Tod und Trauer besonders qualifiziert haben. Sie vertreten verschiedene Aspekte der Trauerbegleitung.

 

Allen gemeinsam ist die oben beschriebene Grundhaltung. Der Gesamtkurs wird von den AusbildungsleiterInnen begleitet, die die inhaltliche Verbindung der einzelnen Einheiten gewährleisten, Übergänge vermitteln und den gruppendynamischen Prozess reflektieren. Durch die internationalen ReferentInnen, die Teilnahme an den internationalen Kongressen in London Ontario/Kanada fließen die Ergebnisse der internationalen Trauerforschung ein.

 

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass die AusbildungsteilnehmerInnen befähigt werden, eigenverantwortlich Trauernde einzeln und in Gruppen zu begleiten.

 

Kursinhalte · Lehr- und Lernmethoden · Spezielle Themen

 

Jede einzelne Ausbildungseinheit wird neu konzipiert und weiterentwickelt auf dem Hintergrund der vorangegangenen Erfahrungen.

 

Folgende Sachbereiche werden schwerpunktmäßig berücksichtigt:

 

1.                  Einführungswochenende

Inhaltliche Einführung in die Themen „Mit Verlusten leben“

Abschiede, Trennungen, Sterben, Tod und Trauer

Klärung der eigenen Motivation für die Ausbildung

 

2.                  Tod als biologische, soziale und spirituell-religiöse Erfahrung

Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und Sterben

Bewusstwerden von Projektionen

 

3.                  Gruppenleitung und Gruppendynamik, Verständnis von Gruppenprozessen und Anleitung zur Arbeit mit Trauernden in Gruppen

4.                  Krisenintervention

Empathie, Gesprächsführung, Auseinandersetzung mit traumatisierenden Ereignissen

 

5.                  Trauerbegleitung mit biblischen Erfahrungen

Bibliodrama, Rituale und szenische Arbeit

6.                  Verlust und Trauer in der Prozessorientierten Psychologie (POP):

Trauer, Körpersymptome und Beziehungskonflikte

Trauer und Gemeinschaft

Lebensmelodie des Verstorbenen

 

7.                  Tod und Traum

Arbeit mit Träumen in der Beratung und Begleitung von Trauernden - Traumarbeit in Gruppen

 

8.                  Musik - und wie sie wirkt

Der Trauer einen Ton geben

Trauerbegleitung durch aktive und rezeptive Musik

Bewegung und Tanz

 

9.                  Therapeutisches Schreiben

Sprachliche Kreativität methodisch entwickeln - Biografiearbeit - Poesietherapie - Erinnerungen und Trauer in Worte fassen

 

10.               Heilen durch Malen - Einführung in die Bildinterpretation

Diagnostische und therapeutische Hilfen für das Verstehen von Bildern/ Spontanzeichnungen als Zugang zum Unbewussten und zur nonverbalen Kommunikation

 

11.       Trauer in der Familie

Veränderte Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung der Geschwistertrauer

 

12.       Abschlusswochenende

            Reflexion der Ausbildungserfahrungen und ihre Integration in die Praxis

           

13.       Supervision

Nachbereitung - Reflexion der Erfahrungen aus den jeweils vorangegangenen Kurseinheiten

 

14.               Anleitung zum Erstellen einer Abschlussarbeit zu einem selbst gewählten Thema

 

Über die Abfolge der Einheiten bzw. die Struktur des Kurses im Ganzen werden wir im Rahmen des Einführungswochenendes informieren. Bereits jetzt können Sie den nachfolgenden Skizzen zu den MitarbeiterInnen  wichtige Hinweise über inhaltliche Schwerpunkte und spezielle Themen der Ausbildung entnehmen, ebenso Hinweise auf die vielfältigen Methoden.

 

Zielgruppe

 

Haupt-, neben- und ehrenamtliche Angehörige helfender Berufe aus dem medizinischen, therapeutischen, psychosozialen, seelsorgerischen oder gemeinde-diakonischen Bereich, die sterbende Menschen und/oder trauernde Angehörige begleiten oder begleiten wollen.

 

Menschen, durch Leiderfahrung und Verlustkrisen geprägt, die in der Beratung und Begleitung, in der Fürsorge und Nachsorge mit Sterbenden und Trauernden eine wichtige Aufgabe für ihren persönlichen Weg sehen.

 

Voraussetzungen · Teilnahmebedingungen

 

für die Erlangung des Zertifikats "Trauerbegleiter / Trauerbegleiterin“ am Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V.

 

Ein ausreichender Abstand zum Todesfall und Reflexionsmöglichkeit des eigenen Prozesses sind notwendig und die Bereitschaft, über Selbsterfahrung im Umgang mit Abschied, Verlusten, Sterben, Tod und Trauer zu lernen.

 

Erwünscht ist die Hospitation an einem Seminar für verwaiste Eltern und trauernde Geschwister oder an vergleichbaren Trauerseminaren und/oder Workshops zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer und/oder fortlaufenden Trauergruppen.

 

Die Teilnahme bezieht sich auf den  Gesamtkurs.  Eine Anmeldung zu einzelnen Kursabschnitten ist nicht möglich.

 

Zur Erlangung des Zertifikats wird das Erstellen einer Abschlussarbeit und die durchgehende Teilnahme an allen Kursabschnitten vorausgesetzt. Sollte dieses aus unvorhersehbaren Gründen häufiger als bei zwei Kurseinheiten nicht möglich sein, werden statt des Zertifikats Teilnahmebescheinigungen für die absolvierten Abschnitte ausgestellt.

 

Diese Ausbildung ist vom Nordelbischen Kirchenamt als förderungswürdig und zuschussfähig anerkannt worden und bei der Psychotherapeutenkammer akkreditiert. Fortbildungspunkte werden vergeben.

 

Auswahlverfahren

 

Die Aufnahme oder Ablehnung bzw. Zurückstellung (ggf. Warteliste) erfolgt nach der Anmeldung. Sie werden entsprechend informiert. Die TeilnehmerInnenzahl ist auf ca. 30 beschränkt. Das Leitungsteam behält sich vor, nach dem Einführungsseminar über die endgültige Zusammensetzung des Kurses zu entscheiden. Für die zugesagten TeilnehmerInnen ist ein Rücktritt nach dem Einführungsseminar möglich, nicht aber nach den nachfolgenden Kursabschnitten. D.h. bei späterer Kündigung des Ausbildungsvertrages müssen 50% aller folgenden Kursabschnitte bezahlt werden.

 

Veranstalter

 

Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V.

Bogenstraße 26

20144 Hamburg

Telefon 040/36 111 683 / Fax 040/36 111 684

E-mail: info@ita-ev.de

Web: www.ita-ev.de

 

Zeitplan der Ausbildung

 

Einführungswochenende                       3 Tage

Woche plus Wochenende                      7 Tage

Woche plus Wochenende                      7 Tage

Wochenende                                        3 Tage

Woche plus Wochenende                      7 Tage

Woche plus Wochenende                      7 Tage

Abschlusswochenende                         3 Tage

 

Die Gesamtwoche beinhaltet jeweils 2 unterschiedliche Kursabschnitte.

Gesamtstundenzahl 300.

 

Tagungsort

 

Gustav Stresemann Institut in Niedersachsen e.V.

Europäisches Bildungs- und Tagungshaus Bad Bevensen

Klosterweg 4

29549  Bad Bevensen

Telefon 05821/955-0 / Fax 05821/955299

E-mail: info@gsi-bevensen.de

Internet: www.gsi-bevensen.org

 

Kosten · Zahlungsmodus · Geschäftsbedingung

 

Der Kurs setzt sich aus 4 Gesamtwochen und 3 Wochenenden zusammen.

Die Kosten hierfür entnehmen Sie bitte anliegendem Begleitschreiben.

 

Die Kosten beinhalten jeweils Unterkunft im Doppelzimmer, Verpflegung  und  Kursgebühren. Einzelzimmer können gegen Aufpreis gebucht werden.

 

Die Kursgebühren beinhalten Kosten für die Aufnahmemodalitäten, für die Durchführung und Gestaltung der Ausbildung (Unterlagen, Skripte und Material), sowie für Abschlusspapiere und Zertifikat. Zusätzliche Kosten entstehen für Supervision und Hospitation in Gruppen der Trauerseminare.

 

Rücktritt ist nur unmittelbar nach dem Einführungswochenende möglich (siehe "Auswahlverfahren"). Sollte die Teilnahme an einem späteren Kursabschnitt nicht möglich sein, entsteht eine Ausfallgebühr von jeweils 50%. Es empfiehlt sich ggf., eine Rücktrittsversicherung wie bei einer Reise abzuschließen – z.B. bei Europäische Reiseversicherung (http://www.reiseversicherung.de).  

 

Zahlungsmodus (siehe auch Formular "Verbindliche Anmeldung"):

Jeweils spätestens zwei Wochen vor Beginn jedes Kursabschnittes durch Überweisung auf das

 

Konto des Instituts für Trauerarbeit

Nr. 1237/124 860 bei der Hamburger Sparkasse (HASPA) (BLZ 200 505 50),

Stichwort: TBA.


Wenn die Überweisung vor Beginn einer Ausbildungseinheit nicht festgestellt werden kann, ist eine Teilnahme ausgeschlossen.

 

Anmeldung

 

Rücksendung der beiden Original-Formulare "Verbindliche Anmeldung" und Beantwortung des Bogens „Persönliche Angaben“ an:

 

Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V.

Bogenstraße 26

20144 Hamburg

 

Anmeldeschluss: ca. 2 Monate vor Beginn der Ausbildung.

Die Anmeldung wird rechtsverbindlich, wenn Sie von uns eine Aufnahmebestätigung erhalten, vorbehaltlich der unter "Auswahlverfahren" genannten Einschränkung.

 

Auskünfte · Rückfragen  Kontakte

 

Telefon: 040/36 111 683

E-mail: info@ita-ev.de

Internet: www.ita-ev.de

 

Referenten und Referentinnen

 

Margit Bassler, Dipl.-Psych., Hamburg

Dr. Josef Helbling,ProzessorientierterPsychologe,Schweiz

Erneli Martens,Pastorin für Notfallseelsorge und Krisenintervention, Hamburg
Anja Meeri Nevanlinna, Mag. Phil., Schweiz

Gisela Peters, Musiktherapeutin, Hamburg
Uwe Sanneck, Trauerbegleiter,  Hamburg
Prof. Dr. theol. Fulbert  Steffensky, Hamburg
P. Wolfgang Teichert, Theologe, Bibliodramaleiter, Hamburg

Ria van Heesch, Dipl.-Psych., Niederlande

Dr. Ruth Weyermann, Prozessorientierte Psychotherapeutin, Schweiz

 

Gesamtleitung

 

Jutta Rust-Kensa, Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeutin

Harriet Kämper, Trauerbegleiterin, Deutscher Kinderhospizverein e.V.

 

Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V.

Bogenstraße 26

20144 Hamburg

 

Kurzportraits

 

Ausbildungsleitung · Einführungswochenende · Gruppenleitung ·
Anleitung zur Arbeit mit Trauernden · Abschlusswochenende

 

Jutta Rust-Kensa ist Diplompsychologin und Psychologische Psychotherapeutin, mit eigener Aus- und Fortbildung in Gruppendynamik und Psychoanalyse bei der Deutschen Akademie für Psychoanalyse Hamburg (Selbsterfahrungsgruppen, theoretische Seminare, Therapie- und Balintgruppen), sowie in Familientherapie.

 

Über mehrere Jahre studierte sie bei Gregg Furth die Psychologie von C.G. Jung mit dem Schwerpunkt Bildinterpretation. Gemeinsam mit Gregg Furth und Ria van Heesch führte sie Seminare in Australien, Russland, Arizona und Deutschland durch.

 

Hauptberuflich arbeitet sie seit 1979 in einer Erziehungsberatungsstelle: Beratung und Therapie von Kindern, Jugendlichen und Eltern. Mit dem Aufbau der ersten begleiteten Gruppen der Verwaisten Eltern widmete sie sich der Trauerarbeit. Seit fast 20 Jahren begleitete sie Gruppen in Hamburg und gestaltete themenbezogene Seminare in Bad Segeberg und Bad Bevnsen. Sie ist Gründungsmitglied von Verwaiste Eltern Hamburg e.V. und war von 1993 bis 2005  stellvertretende Vorsitzende des Vereins. Freiberuflich ist sie in eigener psychotherapeutischer Praxis tätig mit dem Schwerpunkt Therapie mit Trauernden.

 

Als Gründungsmitglied des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V. war sie verantwortlich für den Bereich Aus- und Fortbildung und führt seit 1993 die Trauerbegleiterinnen-Ausbildung durch. Von 2005 bis 2009 war sie die 1. Vorsitzende des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V.

 

Ihr besonderes Interesse gilt den unbewussten Prozessen sowohl bei einzelnen Menschen als auch in der Entwicklung von Gruppen. Im Bewusstwerden sieht sie Potential für neue Energien und neue Wege. In der 2-jährigen TrauerbegleiterInnen-Ausbildung ist sie verantwortlich für die Entwicklung des Curriculums, die Gesamtorganisation, gruppendynamische Begleitung des Gesamtkurses und die Gestaltung einzelner Einheiten.

 

Ausbildungsleitung · Einführungswochenende · Gruppenleitung ·
Anleitung zur Arbeit mit Trauernden · Abschlusswochenende

 

Harriet Kämper, hauptamtliche Koordinatorin im Ambulanten Kinderhospizdienst Düsseldorf (Deutschen Kinderhospizverein e.V.), Trauerbegleiterin, Gründungsmitglied des Instituts für Trauerarbeit (ITA), Gestalttherapeutin

 

In der Trauer um ihren Bruder Thomas wurde sie 1991 durch das Buch von Margit Bassler und Marie-Thérèse Schins, „Warum gerade mein Bruder“, auf die Trauerseminare für Verwaiste Eltern der Evangelischen Akademie Nordelbien aufmerksam.

 

1995 - 1996 nahm sie an der Trauerbegleiter Ausbildung teil und begleitete mehrere Jahre lang trauernde Eltern und Geschwister auf den Trauerseminaren für verwaiste Familien in Bad Segeberg und Bad Bevensen.

 

Sie gründete 1994 einen Ambulanten Hospizdienst in Norddeutschland, den sie sechs Jahre ehrenamtlich leitete.

 

Nach ihrer Ausbildung zur Gestalttherapeutin arbeitete sie freiberuflich in der Begleitung für Menschen in Lebenskrisen, als Referentin in der Fort- und Weiterbildung für Ehrenamtliche in der Hospizarbeit und in Workshops, Seminaren und Vorträgen zu den Themen Sterben, Tod und Trauer.

 

Von 2004 bis 2006 war sie hauptamtlich als Trauerbegleiterin in einem stationären Kinderhospiz tätig und arbeitet seit 2007 als hauptamtliche Koordinatorin im ambulanten Kinderhospizdienst Düsseldorf.

 

In der Reflexion der eigenen und der Verlusterfahrung betroffener Familien schrieb sie 2008 – in Zusammenarbeit mit Birgit Pfahl – ein Buch, das sich damit beschäftigt, wie Eltern und Geschwister – viele Jahre nach dem Tod ihres Kindes / Geschwisters – neu leben gelernt haben und wie das gestorbene Kind zum Lebensbegleiter geworden ist.

 

Über viele Jahre hat sie erfahren, dass Trauern ein not-wendender Prozess ist und Trauerwege vielfältig sind. Trauernde zu begleiten  braucht eine wache Wahrnehmung und die Haltung, sich immer wieder neu und lernend einzulassen und dem Trauernden das Vertrauen in die eigene Kompetenz seiner individuellen Trauerbewältigung zuzusichern.

 

Veröffentlichung:

 

-         Harriet Kämper / Birgit Pfahl, „Mit Trauer leben“

Hilfen für verwaiste Eltern und Geschwister

Ellert & Richter, Hamburg 2008

 

Tod und Traum  · Arbeit mit Träumen in der Beratung und Begleitung von Trauernden · Traumarbeit in Gruppen · Trauer in der Familie (zusammen mit Uwe Sanneck)

 

Margit Bassler ist Diplompsychologin und Klinische Psychologin (BdP) sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (Fritz Perls Institut). In ihrer Ausbildung in Integrativer Therapie und ihrer Lehranalyse nach C.G. Jung hat sie die kreative und heilende Kraft von Träumen erfahren. Seitdem ist einer der Schwerpunkte ihrer therapeutischen Praxis die Arbeit mit Träumen.

 

Gerade im Umfeld von Todeserfahrungen wird sehr intensiv geträumt. Mit diesen Botschaften hilft uns unser Unbewusstes, das Todeserlebnis zu verarbeiten und gibt uns Impulse zur Bewältigung eines Verlustes. Mitte der 80er Jahre wurde - im Kontext der Trauerseminare für Verwaiste Eltern der Evangelischen Akademie Nordelbien - damit begonnen, der Arbeit mit hinterbliebenen Kindern und Jugendlichen Aufmerksamkeit zu schenken. Margit Bassler leitete seit 1987 maßgeblich und wegweisend Geschwistergruppen. In einer sorgsam aufgebauten und einfühlsamen Arbeit, die es bis dahin in dieser Form nicht gab, erhielten Geschwister die Möglichkeit, durch den Einsatz kreativer Medien und in Gesprächen ihren Verlustschmerz auszudrücken und zu verarbeiten. Auch die Eltern erhielten gezielt Hilfen, um ihre Kinder besser verstehen zu können.

 

Das familienbezogene Setting und das Entdecken therapeutisch wirkender Interventionen angesichts einer zutiefst erschütterten Familiendynamik war ein Novum und ist in dieser Form immer noch einzigartig im deutschsprachigen Raum. 1992 hat Margit Bassler zusammen mit Marie-Thérèse Schins wichtige Ergebnisse dieser Arbeit in dem Buch "Warum gerade mein Bruder?" veröffentlicht.

Margit Bassler arbeitete in Hamburg als Psychotherapeutin in einem Kinderheim und in eigener Praxis. Von 1995 bis 2001 lebte sie in Kalifornien/USA und war u.a. Mitarbeiterin in dem Trauerzentrum „Our House“. Einer ihrer Aufgabenbereiche war die Begleitung von Gruppen trauernder Kinder in Schulen. Seit 2004 lebt sie wieder in Hamburg und entwickelte ein Projekt zur Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher, das sie als ein Gemeinschaftsprojekt der Vereine Verwaiste Eltern und Geschwister Hamburg e.V. und des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V. leitete. Ihre Aufgaben sind die inhaltliche Gestaltung, Anleitung der GruppenbegleiterInnen, Supervision, Öffentlichkeitsarbeit und Erstgespräche. Freiberuflich führt sie Seminare, Fortbildungsveranstaltungen durch und hält Vorträge.

 

Aus dieser Praxiserfahrung entwickelte sie für das Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V. zusammen mit der Diplom-Sozialpädagogin Hanne Popp eine eigenständige Ausbildung zur Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher. Die Ausbildung leiten beide seit 2007.

 

Veröffentlichung:

 

-          (Hg. zusammen mit Marie-Thérèse Schins)) „Warum gerade mein Bruder“. Trauer um Geschwister. Erfahrungen, Berichte, Hilfen. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg 1992

 

Väter - Männertrauer  · Trauer in der Familie (zusammen mit Margit Bassler)

 

Uwe Sanneck ist Trauerbegleiter, Erwachsenenbildner, Theater- und Spielpädagoge. Er ist seit vielen Jahren als Referent, Dozent und Seminarleiter im Bereich der Trauer- und Sterbebegleitung bundesweit tätig. Besondere Schwerpunkte dieser Arbeit sind die Väter- und Männertrauer und die Begleitung von trauernden Kindern und Jugendlichen sowie die Symbol- und Ritualarbeit in der Sterbe- und Trauerbegleitung und die Gestaltung von Trauer- und Erinnerungsfeiern. Er hat die Arbeit mit trauernden Jugendlichen in den Trauerseminaren in Bad Segeberg entscheidend geprägt und leitet u.a. eine Vätertrauergruppe in Hamburg. Zusammen mit Anja Wiese hatte er die Gesamtleitung der überregionalen Bad Bevensener Trauerseminare für verwaiste Eltern und trauernde Geschwister. Daneben ist er im Bereich der Theater- und Spielpädagogik ebenfalls seit vielen Jahren als Fachreferent und Ausbildungsdozent sowie in eigenen Theaterprojekten tätig.

 

Uwe Sanneck ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V., verantwortlich für den Kooperationsbereich und die Öffentlichkeitsarbeit. Er ist auch Gründungsmitglied des Kinder-Hospiz Sternenbrücke e.V. in Hamburg.

 

Veröffentlichung:

 

-          Rituale in der Trauer (zusammen mit Christa Pauls und Anja Wiese), Ellert & Richter Verlag GmbH, Hamburg 2007

 

Krisenintervention · Empathie, Gesprächsführung, Auseinandersetzung mit traumatisierten Ereignissen

 

Erneli Martens ist Pastorin für Notfallseelsorge und Seelsorge in der Feuerwehr Hamburg.

 

Aufgewachsen bin ich in einem Dorf in Dithmarschen. Wir lebten in einem Pfarrhaus. Mein Vater war dort als Pastor tätig.

 

Meine Kindheit ist geprägt gewesen von der Stille und Ruhe dort auf dem Land, den kühlen Sommern und herrlich stürmischen Herbsttagen, dem Verweilen im Garten mit einer langen Schaukel und dem Ernten und Einmachen von Früchten und Gemüse.

 

Wenn es schon früher Verwaiste Geschwister gegeben hätte, dann hätte ich vielleicht auch andere Kinder kennen gelernt, die wie ich mit dem krankheitsbedingten Tod zweier älterer Geschwister leben lernen mussten. So war ich die Einzige in meiner Klasse und auch in der Schule. Und das ließ mich ruhig und still werden. Das Lachen wurde selten.

 

Mit knapp 10 Jahren zog meine Familie in die Stadt Hamburg. Inzwischen waren mein kleinerer Bruder und ich Geschwister von einem Zwillingspaar geworden.

 

Ich ging gern zur Schule und liebte die Jugendarbeit in der Gemeinde mit Theater, Singen, Reisen, Spielen und Diskussionen.

 

Ich habe mich dann in verschiedenen Berufsfeldern umgesehen und ausprobiert. Ob die Chemie das Richtige sein würde oder die Musik oder vielleicht eher die Pädagogik? Und bin auf dieser Wanderschaft durch die Fachbereiche bei der Theologie stehen geblieben.

 

Nach der naturwissenschaftlich ausgerichteten Schulbildung am Gymnasium folgte eine geisteswissenschaftlich humanistisch geprägte Zeit an der Universität. Das Lernen der alten Sprachen, das Nachsinnen über ihre Texte und Erzählungen, besonders natürlich der biblischen, ließ einen neuen Kosmos für Entdeckungen aller Art entstehen.

 

Als junge Mutter und Studentin habe ich durch Jobben mein Leben finanziert und schließlich das Studium mit den Schwerpunkten Altes Testament und Systematik abgeschlossen. Inzwischen lebe ich mit meinem Mann, der ebenfalls Pastor ist, in einer Gemeinde in Hamburg-Langenhorn und unser gemeinsamer Sohn wird 14 Jahre alt.

 

Nach dem Vikariat bin ich mit dem Aufbau der Notfallseelsorge in Hamburg beauftragt worden. Vor fast 10 Jahren, im März 2000 habe ich meinen Dienst angetreten.

 

Menschen, die einen plötzlichen Tod miterleben mussten oder unerwartet einen geliebten Menschen verloren haben, zu begleiten und in den ersten Stunden für sie da zu sein, ist eine bleibende Herausforderung für mich, denn es gilt, immer wieder neu achtsam zu sein und genau wahrzunehmen, wie individuell unterstützt werden kann.

 

Zum Aufbau der Notfallseelsorge gehören die Erfahrungen in den Einsätzen, die Organisation einer Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit, die Fort- und Weiterbildung der Seelsorgerinnen und Seelsorger und schließlich die Seelsorge für die Einsatzkräfte, besonders der Feuerwehr in Hamburg.

 

In den letzten Jahren hat sich hier eine außergewöhnliche Zusammenarbeit entwickelt: An der Feuerwehrakademie finden Unterricht und Seminare zu berufsethischen Fragestellungen statt, aber auch Symposien und Bundeskongresse für Notfallseelsorge und Krisenintervention finden dort einen guten Rahmen.

 

Fachlich begleite ich das Team zur Einsatznachsorge in der Feuerwehr Hamburg: die SEG-Gesprächsnachsorge, um nach belastenden Ereignissen für die Rettungskräfte „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten.

 

Ich bin verantwortlich für das ARTaktiv Team der Feuerwehr Hamburg, das zum Kommunikationstraining für Teams wesentlich in allen Grundlehrgängen der Feuerwehrakademie eingesetzt wird.

 

In der Begegnung mit Menschen in der Notfallseelsorge und in der Arbeit mit Mitarbeitenden in der Feuerwehr Hamburg bin ich neben der Erfahrung des Elends und aller Verzweiflung immer wieder berührt von der Schönheit und Zärtlichkeit und von der Kraft der Liebe.

 

Trauerbegleitung mit biblischen Erfahrungen · Bibliodrama · Rituale und szenische Arbeit

 

Wolfgang Teichert war Direktor der Evangelischen Akademie Nordelbien und Leiter des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V.

 

Er hat in den vergangenen Jahren zusammen mit Theologen und Therapeuten unter anderem die Bibliodrama-Arbeit entwickelt und vor allem als Ausbilder diesen jungen Zweig der Erwachsenenbildung geprägt. Er ist an Darstellung und Reflexion der verschiedenen Ansätze der heutigen Bibliodrama-Praxis beteiligt.

 

Es wird darum gehen, biblische Geschichte und eigene Geschichte auf eine vielleicht recht ungewohnte und ungewöhnliche Weise "zusammenzubringen", um einen neuen Zugang zu erschließen zu "Wirkung und Energie der in symbolischer Sprache und Bildern aufbewahrten Kräfte". Es soll erprobt werden, ob der "Rahmen" der biblischen Geschichte "die Farben der eigenen Biographie oder auch der eigenen gesellschaftlichen Wirklichkeit deutlicher hervortreten lässt" und zu entdecken, "was auf dem Grunde biblischer Texte liegt".

 

An den Brüchen, Störungen und Unglücksfällen unseres Lebens spüren wir, dass wir in dieser Welt nicht ganz zu Hause sein können. Religion möchte diese Brüche und Abgründe des Lebens und der Lebensgeschichte nicht zuschütten, sondern ernst nehmen als Zeichen unserer Verletzlichkeit und sogar Schönheit.

 

Durch den Tod seiner Tochter Frauke hat Wolfgang Teichert auch eigene Erfahrungen mit diesem Thema. Im Bibliodrama arbeitet er mit fremden und bekannten (biblischen) Texten. Diese Texte vermitteln uns die auf ihrem Grund liegende Trauer und zugleich eine darüber liegende Heiterkeit; sie vermitteln, dass Traurigkeiten nicht "vergeblich" sind, sondern wie aus der Berührung mit den Tiefen auch Freude erlebt werden kann...

 

Veröffentlichungen:

 

-          Verrat oder jeder ist Judas, Stuttgart 1991

-          Wenn die Zwischenräume tanzen – Theologie des Bibliodramas, Stuttgart 2001

 

Heilen durch Malen · Einführung in die Bildinterpretation

Ria van Heesch ist Diplompsychologin. In ihrer psychotherapeutischen Praxis in Holland arbeitet sie mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. In den 80er Jahren lernte sie Elisabeth Kübler-Ross kennen und bildete sich bei Gregg Furth in „Heilen durch Malen“ aus. Sie leitet Seminare im In- und Ausland zur Interpretation von Bildern/Spontanzeichnungen als diagnostische und therapeutische Hilfe für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, sowie Workshops zur Selbsterfahrung und persönlicher Weiterentwicklung auf dem Hintergrund der Psychologie von C.G. Jung. 15 Jahre lang leitete sie Kindergruppen im Rahmen der  Trauerseminare für Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister. Ihre Fachkompetenz hat die Arbeit mit trauernden Kindern maßgeblich geprägt.

 

Anhand von Spontan-Zeichnungen werden Erkenntnisse vermittelt über den seelischen und körperlichen Zustand der Malenden: Was kann man Bildern entnehmen, was sagen Farben und Gegenstände aus, die Art der Raumaufteilung, die Weglassungen? Das kostbare Werkzeug der Bildinterpretation soll zugänglich gemacht werden, zumal spontane Bilder wirksame Arbeitsmittel sind. Die Auseinandersetzung mit Bildern kann den Zugang zu dem eigenen „inneren Wissen“ ermöglichen und zu einem besseren Verständnis der eigenen Person beitragen. In unserem Zusammenhang geht es darum, was Malen mit trauernden Menschen an Möglichkeiten in sich birgt, wie Beziehungen hergestellt werden können, die über eine bewusste oder verbale Kommunikation hinausgehen und wie ein Dialog zwischen Intuition und der oft verschlüsselten und geheimnisvollen Symbolsprache der Bilder in Gang gesetzt werden kann.

 

Veröffentlichung Gregg Furth:

 

-          Heilen durch Malen, Pabst-Verlag, Ende 2007

 

Musik - und wie sie wirkt · Der Trauer einen Ton geben · Trauerbegleitung durch aktive und rezeptive Musik · Bewegung und Tanz

 

Gisela Peters ist Dipl.-Musiktherapeutin. Die Grundlage ihrer beruflichen Qualifikation bildet die Arbeit als Erzieherin an sozialen Brennpunkten. Darauf aufbauend: Rhythmik-Studium und Lehrtätigkeit an der Jugendmusikschule, Fachhochschule, Musikhochschule. Im Alter von 45 Jahren absolvierte sie noch ein Aufbaustudium und ist heute als Musiktherapeutin in verschiedenen Arbeitsbereichen tätig.

 

In der psychosomatischen Abteilung des DRK-Krankenhauses Hamburg-Rissen bietet sie seit 1993 Einzel- und Gruppentherapien für Patienten an, die unter Depressionen, Schmerzen, Ängsten oder Essstörungen leiden. In der staatlichen Jugendmusikschule Hamburg begründete sie 1997 die Fachrichtung Musiktherapie für Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten, aktuellen familiären Problemen und geistiger oder körperlicher Behinderung.

 

Die Musiktherapie kann ein Beziehungsangebot machen und sich damit im Trauerprozess als hilfreich erweisen. Im Schutz dieser Beziehung findet das Spielen, das Hören/Zuhören und das Sprechen statt.

 

Beim Improvisieren mit einfachen Musikinstrumenten und mit der Stimme können wir uns verständlich machen, wird Unsagbares „erhört“, können Gefühle wieder ausgedrückt werden.

 

Im musiktherapeutischen Dialog nehmen wir uns selbst und den anderen wahr, hören, spüren und verstehen etwas über Befindlichkeit, Ängste und Sehnsüchte oder über die individuelle Lebens- und Leidensgeschichte.

 

Das gemeinsame Hören von ausgewählten Musikstücken oder gespielter Musik lässt Gedanken, Erinnerungen und Gefühle auftauchen und hilft, sie zu verarbeiten.

 

Die Musik eröffnet Spielräume, belebt verschüttete Fähigkeiten, stärkt unsere Autonomie und unterstützt uns, neue Wege zu beschreiten. Sie wirkt tröstend und aufbauend, da sie eine Regression in ganz frühkindliche Bereiche ermöglicht und durch ihre schöpferische Kraft das kommende, vor uns liegende Leben „anklingen lässt“.

 

Verlust und Trauer in der prozessorientierten Psychologie · Trauer,  Körpersymptome und Beziehungskonflikte · Lebensmelodie des Verstorbenen

 

Josef Helbling lebt in der Schweiz und arbeitet als Psychotherapeut im Zentrum für Prozessarbeit in Zürich und in einer psychotherapeutischen Gemeinschaftspraxis in Luzern. Im Rahmen dieser Praxisarbeit und auch als Seminarleiter für das weltweit tätige Deep Democracy Institute arbeitet er oft mit Trauer- und Verarbeitungsprozessen, sei es in manchmal langjähriger und sorgfältiger Einzelarbeit sei es in Gruppendiskussionen, die die Bewusstwerdung über und Veränderung von gesellschaftlichen Einstellungen anstreben. Er ist langjähriger Mitarbeiter von Max Schupbach, der die prozessorientierte Trauerbegleitung entwickelt hat mit ihren anerkannten und erprobten Konzepten für die Arbeit mit Menschen im Koma, mit Sterbenden und Trauernden.

 

Ruth Weyermann ist prozessorientierte Psychotherapeutin und Coach in Zürich und Luzern. Ihre Fachkompetenz erwarb sie am Institut für Prozessarbeit in Zürich, wo sie heute auch als Trainerin tätig ist. Langjährige Arbeit in der eigenen Praxis mit Schwerpunkt Psychosomatik / Psychiatrie, Begleitung von Menschen in Trauer und Sterbeprozessen, sowie pädagogische Arbeit an sozialen Brennpunkten sind die Eckpfeiler ihrer Erfahrung.

 

Die Mitarbeit an der Lava Rock Clinic, eines unter der Leitung von Max Schupbach bis 2007 jährlich an der oregonischen Küste (USA) stattfindenden Netzwerktreffens, vertiefte ihr Wissen über die Wechselbeziehung von Krankheit, Tod und Gemeinschaftserfahrung nachhaltig. Weiter engagiert sie sich seit einigen Jahren als Seminarleiterin für das Deep Democracy Institute in Europa und im Nahen Osten.  

 

 

Das von Ruth Weyermann und Josef Helbling gemeinsam geführte Seminar basiert auf der prozessorientierten Trauerbegleitung. Diese arbeitet mit einer Reihe von Interventionen. Der Schwerpunkt liegt auf der Realisierung, dem Wahrnehmen und dem Aufgreifen des „Lebensmythos“ des Verstorbenen; dieser ist nicht „loszulassen“, vielmehr ins Leben zu integrieren, er drängt nach „Erlösung“, nach Einlösung. Damit wird eine entscheidende Wende im Leben der Trauernden wie ihrer Begleiter und ihrer Bewusstseinsarbeit zu Leben und Tod eingeleitet.

 

In der Arbeit mit Trauernden im Gruppenprozess erweist sich deren Kompetenz im Umgang mit Verlust und Tod, ihre Fähigkeit zu trauern, die die Umwelt verloren hat. Die (Um-)W e l t braucht somit die Erfahrung des Trauernden, der zum Sachverständigen, zum Lehrer wird. Das Arbeiten im Gruppenprozess trägt außerdem dazu bei, Trauerprozesse nicht nur als persönliche Geschichte, sondern auch als kulturellen Auftrag zu erfahren und zu verwirklichen.

 

Verlust, Tod und Trauer führen im Übrigen oft zu Veränderungen, die sich in Körpersymptomen und Beziehungskonflikten niederschlagen. In der Ausbildung geht es darum, die komplexen Phänomene in ihrem Zusammenhang zu begreifen. Das geschieht unter anderem dadurch, dass Beschwerden mit einfachen Interventionen verstärkt und damit in ihrer Bedeutung erkannt und dem Trauernden bewusst gemacht werden können.

 

Therapeutisches Schreiben · Sprachliche Kreativität methodisch entwickeln · Biografiearbeit · Poesietherapie · Erinnerung und Trauer in Worte fassen

 

Anja Meeri Nevanlinna ist Mag. Phil. der Germanistik, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft (Universität Helsinki), Integrative Poesie- und Bibliotherapeutin und Gestaltseelsorgerin (Ausbildung in der Integrativen Therapie, Gestalttherapie und Kreativitätsförderung, FPI). Sie arbeitete 10 Jahre in der Krankenhausseelsorge der Universitätsklinik Bonn.

 

Aufgrund ihrer Lebensgeschichte sind ihr die Themen Tod, Sterben und Trauer wichtig geworden. Fortbildungen in Trauerbegleitung u.a. an der Evangelischen Akademie Nordelbien.

 

Seit 1998 lebt sie in Zürich, ist Ausbildungsleiterin für Integrative Poesie- und Bibliotherapie in der Schweiz, Leiterin von Schreibwerkstätten und Lektorin am Institut „Kreatives Schreiben“ in Berlin. Außerdem arbeitet sie im Hospiz Konstanz an der Entwicklung von neuen Konzepten in der Trauerbegleitung mit. Ihr eigener Schwerpunkt ist u.a. therapeutisches Schreiben als Trauerbewältigung.

 

Trauergefühle sind intensive Emotionen, denen wir uns nur schwer entziehen können. Wir haben gleichzeitig Angst vor ihrer Wucht, trauen oft ihrer schöpferischen, erneuernden Kraft nicht. Schreiben ist eine Möglichkeit, Emotionen bewusst zuzulassen, mit dem Ziel, auszudrücken, was innen Druck macht, was uns bedrückt. Ohne Ausdruck ersticken, verstummen und erstarren wir. Schreiben kann helfen, für das Unfassbare Worte zu finden, unsere Sprachlosigkeit zu überwinden. Schreiben ist in der Trauer mehr als wichtig. Zugleich fällt das geschriebene Wort am Schwersten, oft fehlt es Trauernden an Konzentration, Klarheit und Energie.

 

Am Ausbildungswochenende werden Methoden geübt, wie Unbewusstes - oft sind es unsere starken, guten Ressourcen - beim Schreiben angesprochen und in Worten sichtbar werden können, wie Inseln oder Steine im Wildwasser, auf die wir treten und dann spüren können, ob sie tragen. Dabei erproben wir, welche nächsten Schritte notwendend sind und uns auf dem Weg durch die Trauer weiterhelfen.

 

Schreiben schafft aber auch Distanz, ermöglicht Prägnanz und Klarheit, gibt Struktur und Orientierung im Chaos der Gefühle und nimmt die Angst vor dem Überschwemmtwerden. Das Ausgedrückte kann erfasst, verstanden und in das veränderte Leben integriert werden.

 

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Bedeutung und die Rolle einer Gruppe in der Trauer sein. Feedback und Sharing sind Heilfaktoren emphatischen Zuhörens.

 

Death, Dying and Bereavement

 

Fulbert Steffensky ist Professor für Religionspädagogik. Er absolvierte zunächst ein Studium der katholischen und evangelischen Theologie und lebte 13 Jahre lang als Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach.

 

1969 konvertierte er zum lutherischen Bekenntnis und wurde im selben Jahr wissenschaftlicher Assistent an der Pädagogischen Hochschule Ruhr. Er promovierte 1972 an der Ruhr-Universität in Bochum. Seine erste Professur für Erziehungswissenschaft hatte er von 1972 bis 1975 an der Fachhochschule Köln, bevor er 1975 Professor für Religionspädagogik am Fachbereich Erziehungswissenschaft an die Universität Hamburg wechselte, wo er bis 1978 tätig war.

 

1969 heiratete Fulbert Steffensky die Theologin Dorothee Sölle.

 

Im Rahmen des genannten Workshops wird Fulbert Steffensky einen Vortrag zum Thema „Endlichkeit, Gnade und Beleidigung des Lebens“ halten und die Bedeutung von Ritualen beim Sterben und in der Trauer aus verschiedenen Perspektiven betrachten.

 

Gregg Furth, PhD hat einen Workshop unter dem Titel. “Death, Dying and Bereavement“ entwickelt. In dieser sehr tiefgreifenden Ausbildungseinheit geht es um das Erleben des Todes als biologische, soziale und spirituell-religiöse Erfahrung. Neben einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und dem Bewusstwerden der eigenen Projektionen werden Hilfen gegeben, Sterbenden und Trauernden zu begegnen und ein tiefes Verständnis zu erlangen.

 

Seit dem Tod von Gregg Furth wird dieses Seminar gemeinsam von Ria van Heesch, Anja Wiese und Jutta Rust-Kensa durchgeführt.

 

Fulbert Steffensky gestaltet eine Einheit unter dem Titel „Die Endlichkeit als Beleidigung des Lebens“.

 

Veröffentlichungen:

 

-          Gott und Mensch – Herr und Knecht ?  Hamburg 1973

-          Das Haus, das die Träume verwaltet, Echter Verlag 2009

-          Feier des Lebens, Stuttgart 2001