Margit Bassler

Diplompsychologin und Klinische Psychologin (BdP) sowie Kinder- und Jugendpsychotherapeutin (Fritz Perls Institut)

 

Tod und Traum · Arbeit mit Träumen in der Beratung und Begleitung von Trauernden · Traumarbeit in Gruppen ·
Trauer in der Familie

 

In ihrer Ausbildung in Integrativer Therapie und ihrer Lehranalyse nach C. G. Jung hat sie die kreative und heilende Kraft von Träumen erfahren. Seitdem ist einer der Schwerpunkte ihrer therapeutischen Praxis die Arbeit mit Träumen.
 
Mitte der 80er Jahre wurde – im Kontext der Trauerseminare für Verwaiste Eltern und Geschwister der Evangelischen Akademie Nordelbien – damit begonnen, der Arbeit mit hinterbliebenen Kindern und Jugendlichen Aufmerksamkeit zu schenken. Margit Bassler leitete seit 1987 maßgeblich und wegweisend Geschwistergruppen. Das familienbezogene Setting und das Entdecken therapeutisch wirkender Interventionen angesichts einer zutiefst erschütterten Familiendynamik war ein Novum. 1992 hat Margit Bassler zusammen mit Marie-Thérèse Schins Ergebnisse dieser Arbeit in dem Buch „Warum gerade mein Bruder?“ veröffentlicht.

Margit Bassler arbeitete in Hamburg als Psychotherapeutin in einem Kinderheim und in eigener Praxis. Von 1995 bis 2001 lebte sie in Kalifornien/USA und war u. a. Mitarbeiterin in dem Trauerzentrum „Our House“. U. a. begleitete sie Gruppen trauernder Kinder in Schulen. Seit 2004 lebt sie wieder in Hamburg und entwickelte ein Projekt zur Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher. Ihre Aufgaben sind die inhaltliche Gestaltung, Anleitung der GruppenbegleiterInnen, Supervision, Öffentlichkeitsarbeit und Erstgespräche. Freiberuflich führt sie Seminare, Fortbildungsveranstaltungen durch und hält Vorträge. Aus dieser Praxiserfahrung entwickelte sie für das Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V. zusammen mit der Diplom-Sozialpädagogin Hanne Popp eine eigenständige Ausbildung zur Begleitung trauernder Kinder und Jugendlicher. Die Ausbildung leiten beide seit 2007.

 

Veröffentlichung:
Margit Bassler (hrsg. zusammen mit Marie-Thérèse Schins):
„Warum gerade mein Bruder
Trauer um Geschwister. Erfahrungen, Berichte, Hilfen“
Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg 1992


Erneli Martens

Pastorin für Notfallseelsorge und Seelsorge in der Feuerwehr Hamburg

Krisenintervention · Empathie, Gesprächsführung, Auseinandersetzung mit traumatisierenden Ereignissen

 

Aufgewachsen ist Erneli Martens in einem Dorf in Dithmarschen in einem Pfarrhaus, der Vater war Pastor. Sie erlebte den krankheitsbedingten Tod zweier älterer Geschwister, war mit dieser Erfahrung die Einzige in der Klasse und Schule. Mit knapp zehn Jahren zog die Familie, nun vier Geschwister, in die Stadt Hamburg. Sie liebte die Jugendarbeit in der Gemeinde mit Theater, Singen, Reisen, Spielen und Diskussionen.
 
Nach der naturwissenschaftlich ausgerichteten Schulbildung am Gymnasium folgte eine geisteswissenschaftlich humanistisch geprägte Zeit an der Universität. Als junge Mutter und Studentin hat sie durch Jobben das Leben finanziert und schließlich das Studium mit den Schwerpunkten Altes Testament und Systematik abgeschlossen. Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann, ebenfalls Pastor, und dem gemeinsamen Sohn in Hamburg-Langenhorn.
 
Nach dem Vikariat baute sie im März 2000 die Notfallseelsorge in Hamburg auf für Menschen, die einen plötzlichen Tod miterleben mussten oder unerwartet einen geliebten anderen Menschen verloren haben. Zur Notfallseelsorge gehören nicht nur die täglichen Einsätze, sondern auch die Organisation einer Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit, die Fort- und Weiterbildung der Seelsorgerinnen und Seelsorger und schließlich die Seelsorge für die Einsatzkräfte, besonders der Feuerwehr in Hamburg.
 
Fachlich begleitet Erneli Martens die Einsatznachsorge in der Feuerwehr Hamburg, die SEG-Gesprächsnachsorge, um nach belastenden Ereignissen für die Rettungskräfte „Erste Hilfe für die Seele“ zu leisten. Sie ist auch verantwortlich für das ARTaktiv Team der Feuerwehr Hamburg, das zum Kommunikationstraining für Teams wesentlich in allen Grundlehrgängen der Feuerwehrakademie eingesetzt wird.

Dr. Josef Helbling

Psychotherapeut


Verlust und Trauer in der prozessorientierten Psychologie ·

 

Trauer, Körpersymptome und Beziehungskonflikte

Lebensmelodie des Verstorbenen (zusammen mit Ruth Weyermann)

Josef Helbling lebt in der Schweiz und arbeitet als Psychotherapeut im Zentrum für Prozessarbeit in Zürich und in einer psychotherapeutischen Gemeinschaftspraxis in Luzern. Im Rahmen dieser Praxisarbeit und auch als Seminarleiter für das weltweit tätige Deep Democracy Institute arbeitet er oft mit Trauer- und Verarbeitungsprozessen, sei es in manchmal langjähriger und sorgfältiger Einzelarbeit, sei es in Gruppendiskussionen, die die Bewusstwerdung über und Veränderung von gesellschaftlichen Einstellungen anstreben.

Er ist langjähriger Mitarbeiter von Max Schupbach, der die prozessorientierte Trauerbegleitung entwickelt hat mit ihren anerkannten und erprobten Konzepten für die Arbeit mit Menschen im Koma, mit Sterbenden und Trauernden.
Das von Ruth Weyermann und Josef Helbling gemeinsam geführte Seminar basiert auf der prozessorientierten Trauerbegleitung. Diese arbeitet mit einer Reihe von Interventionen. Der Schwerpunkt liegt auf der Realisierung, dem Wahrnehmen und dem Aufgreifen des „Lebensmythos“ des Verstorbenen; dieser ist nicht "loszulassen", sondern ins Leben zu integrieren, er drängt nach „Erlösung“, nach Einlösung. Damit wird eine entscheidende Wende im Leben der Trauernden wie ihrer Begleiter und ihrer Bewusstseinsarbeit zu Leben und Tod eingeleitet.
 
In der Arbeit mit Trauernden im Gruppenprozess erweist sich deren Kompetenz im Umgang mit Verlust und Tod, ihre Fähigkeit zu trauern, die die Umwelt verloren hat. Die (Um-)Welt braucht somit die Erfahrung des Trauernden, der zum Sachverständigen, zum Lehrer wird. Das Arbeiten im Gruppenprozess trägt außerdem dazu bei, Trauerprozesse nicht nur als persönliche Geschichte, sondern auch als kulturellen Auftrag zu erfahren und zu verwirklichen.

Verlust, Tod und Trauer führen im Übrigen oft zu Veränderungen, die sich in Körpersymptomen und Beziehungskonflikten niederschlagen. In der Ausbildung geht es darum, die komplexen Phänomene in ihrem Zusammenhang zu begreifen. Das geschieht unter anderem dadurch, dass Beschwerden mit einfachen Interventionen verstärkt und damit in ihrer Bedeutung erkannt und dem Trauernden bewusst gemacht werden können.


Anja Meeri Nevanlinna

Mag. Phil. der Germanistik, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft (Universität Helsinki), Integrative Poesie- und Bibliotherapeutin und Gestaltseelsorgerin (Ausbildung in der Integrativen Therapie, Gestalttherapie und Kreativitätsförderung, FPI)

Therapeutisches Schreiben · Sprachliche Kreativität methodisch entwickeln · Biografiearbeit · Poesietherapie · Erinnerung und Trauer in Worte fassen


Anja Meeri Nevanlinna arbeitete zehn Jahre in der Krankenhausseelsorge der Universitätsklinik Bonn.
 
Aufgrund ihrer Lebensgeschichte sind ihr die Themen Tod, Sterben und Trauer wichtig geworden. Sie besuchte Fortbildungen in Trauerbegleitung u.a. an der Evangelischen Akademie Nordelbien. Seit 1998 lebt sie in Zürich, ist Ausbildungsleiterin für Integrative Poesie- und Bibliotherapie in der Schweiz, Leiterin von Schreibwerkstätten und Lektorin am Institut „Kreatives Schreiben“ in Berlin. Außerdem arbeitet sie im Hospiz Konstanz an der Entwicklung von neuen Konzepten in der Trauerbegleitung mit. Ihr eigener Schwerpunkt ist u. a. therapeutisches Schreiben als Trauerbewältigung.
 
Trauergefühle sind intensive Emotionen, denen wir uns nur schwer entziehen können. Wir haben Angst vor ihrer Wucht und trauen ihrer schöpferischen Kraft nicht. Schreiben ist eine Möglichkeit, Emotionen bewusst zuzulassen, mit dem Ziel auszudrücken, was innen Druck macht, was uns bedrückt. Ohne Ausdruck ersticken, verstummen und erstarren wir. Schreiben kann helfen, für das Unfassbare Worte zu finden, unsere Sprachlosigkeit zu überwinden.
 
Am Ausbildungswochenende werden Methoden geübt, wie Unbewusstes – oft sind es unsere starken, guten Ressourcen – beim Schreiben angesprochen und in Worten sichtbar werden können, wie Inseln oder Steine im Wildwasser, auf die wir treten und dann spüren können, ob sie tragen.

Schreiben schafft Distanz, ermöglicht Prägnanz und Klarheit, gibt Struktur und Orientierung im Chaos der Gefühle. Das Ausgedrückte kann erfasst, verstanden und in das veränderte Leben integriert werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Bedeutung und die Rolle einer Gruppe in der Trauer sein. Feedback und Sharing sind Heilfaktoren emphatischen Zuhörens


Prof. Dr. Fulbert Steffensky

Professor für Religionspädagogik

 

Death, Dying and Bereavement

 

Fulbert Steffensky absolvierte zunächst ein Studium der katholischen und evangelischen Theologie und lebte 13 Jahre lang als Benediktinermönch in der Abtei Maria Laach. 1969 konvertierte er zum lutherischen Bekenntnis und wurde im selben Jahr wissenschaftlicher Assistent an der Pädagogischen Hochschule Ruhr. Er promovierte 1972 an der Ruhr-Universität in Bochum. Seine erste Professur für Erziehungswissenschaft hatte er von 1972 bis 1975 an der Fachhochschule Köln, bevor er 1975 als Professor für Religionspädagogik zum Fachbereich Erziehungswissenschaft an die Universität Hamburg wechselte, wo er bis 1978 tätig war.
 
1969 heiratete Fulbert Steffensky die Theologin Dorothee Sölle.
Im Rahmen des genannten Workshops wird Fulbert Steffensky einen Vortrag zum Thema „Endlichkeit, Gnade und Beleidigung des Lebens“ halten und die Bedeutung von Ritualen beim Sterben und in der Trauer aus verschiedenen Perspektiven betrachten.
 
Gregg Furth, PhD hat einen Workshop unter dem Titel „Death, Dying and Bereavement“ entwickelt. In dieser sehr tiefgreifenden Ausbildungseinheit geht es um das Erleben des Todes als biologische, soziale und spirituell-religiöse Erfahrung. Neben einer Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und dem Bewusstwerden der eigenen Projektionen werden Hilfen gegeben, Sterbenden und Trauernden zu begegnen und ein tieferes Verständnis zu erlangen.
 
Seit dem Tod von Gregg Furth wird dieses Seminar gemeinsam von Ria van Heesch, Harriet Kämper und Jutta Rust-Kensa durchgeführt. 

Fulbert Steffensky gestaltet eine Einheit unter dem Titel „Die Endlichkeit als Beleidigung des Lebens“.

Veröffentlichungen:
„Gott und Mensch – Herr und Knecht?“, Hamburg 1985
„Das Haus, das die Träume verwaltet“, Echter Verlag 2009
„Feier des Lebens“, Stuttgart 2001


Dr. Ruth Weyermann

Prozessorientierte Psychotherapeutin und Coach

 

Verlust und Trauer in der prozessorientierten Psychologie · Trauer, Körpersymptome und Beziehungskonflikte · Lebensmelodie des Verstorbenen (zusammen mit Josef Helbling)

Ruth Weyermann arbeitet in Zürich und Luzern. Ihre Fachkompetenz erwarb sie am Institut für Prozessarbeit in Zürich, wo sie heute auch als Trainerin tätig ist. Langjährige Arbeit in der eigenen Praxis mit Schwerpunkt Psychosomatik / Psychiatrie, Begleitung von Menschen in Trauer und Sterbeprozessen sowie pädagogische Arbeit in sozialen Brennpunkten sind die Eckpfeiler ihrer Erfahrung.
 
Durch die Mitarbeit an der Lava Rock Clinic, eines unter der Leitung von Max Schupbach bis 2007 jährlich in Oregon (USA) stattfindenden Netzwerktreffens, vertiefte sie ihr Wissen über die Wechselbeziehungen von Krankheit, Tod und Gemeinschaftserfahrung nachhaltig. Weiter engagiert sie sich seit einigen Jahren als Seminarleiterin für das Deep Democracy Institute in Europa und im Nahen Osten.
 
Das von Ruth Weyermann und Josef Helbling gemeinsam geführte Seminar basiert auf der prozessorientierten Trauerbegleitung. Diese arbeitet mit einer Reihe von Interventionen. Der Schwerpunkt liegt auf der Realisierung, dem Wahrnehmen und dem Aufgreifen des „Lebensmythos“ des Verstorbenen; dieser ist nicht "loszulassen", sondern ins Leben zu integrieren, er drängt nach „Erlösung“, nach Einlösung. Damit wird eine entscheidende Wende im Leben der Trauernden wie ihrer Begleiter und ihrer Bewusstseinsarbeit zu Leben und Tod eingeleitet. 
 
In der Arbeit mit Trauernden im Gruppenprozess erweist sich deren Kompetenz im Umgang mit Verlust und Tod, ihre Fähigkeit zu trauern, die die Umwelt verloren hat. Die (Um-)Welt braucht somit die Erfahrung des Trauernden, der zum Sachverständigen, zum Lehrer wird. Das Arbeiten im Gruppenprozess trägt außerdem dazu bei, Trauerprozesse nicht nur als persönliche Geschichte, sondern auch als kulturellen Auftrag zu erfahren und zu verwirklichen. 

Verlust, Tod und Trauer führen im Übrigen oft zu Veränderungen, die sich in Körpersymptomen und Beziehungskonflikten niederschlagen. In der Ausbildung geht es darum, die komplexen Phänomene in ihrem Zusammenhang zu begreifen. Das geschieht unter anderem dadurch, dass Beschwerden mit einfachen Interventionen verstärkt und damit in ihrer Bedeutung erkannt und dem Trauernden bewusst gemacht werden können.