Trauerarbeit

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URSPRUNG – GESCHICHTE / DIE ERDE BRAUCHT TRAUERNDETRAUERN IST LEBEN IN SEELENTIEFE


URSPRUNG – GESCHICHTE

Dem Thema Tod und Sterben begann in den achtziger Jahren mehr gesellschaftliche Aufmerksamkeit zuteil zu werden. Die Evangelische Akademie Nordelbien in Hamburg reagierte daher mit Seminarangeboten. In den Veranstaltungen wurde erstmals die Frage gestellt: „Was tut ihr für trauernde Eltern?”

Diese Frage wurde zur Initialzündung für einen neuen Arbeitsbereich. Neben Vorträgen bot die Akademie den Trauernden bald auch ein Forum, um sich mitzuteilen und Gehör zu finden.

300 Gruppen für „Verwaiste Eltern“ entstanden bundesweit, die von der Hamburger Akademie aus zu einem Netzwerk zusammengeführt wurden.

Die ursprünglichen Selbsthilfegruppen wurden zu dauerhaft begleiteten Gruppen.

Auf den Wunsch nach Fort- und Weiterbildung reagierte die Akademie mit einer zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung zur Trauerbegleiterin / zum Trauerbegleiter und mit zahlreichen Seminaren.

Inzwischen haben die „Verwaisten Eltern“ eigene Vereine ins Leben gerufen. An der Evangelischen Akademie Nordelbien gründete sich 1997 das Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V., das seit der Schließung der Akademie Ende 2003 als gemeinnütziger Verein die Arbeit fortführt.

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DIE ERDE BRAUCHT TRAUERNDE

„Gesegnet sind die Trauer tragen. – Wenn die Toten sich ausruhen vom Totsein, dann stehen sie auf und singen – dieser Satz findet sich in einer alten und weisen Trauerbegleitung. Die Verstorbenen sind nicht so weit weg, dass sie nicht zum Singen kommen könnten. Zwischen Tod und Leben gibt es eine schmerzliche Lücke, aber keine eiserne Tür, die nur in eine Richtung zu durchschreiten wäre. Beide Welten sind durchlässig. Lebende und Verstorbene können gemeinsam ihre Stimmen erheben und da sein. Doch wer vermag diesen Zusammenklang zu hören? Die Trauernden auf dieser Erde haben ‚Organe’, mit denen sie hören, was kein Ohr sonst zu hören vermag. Sie haben Augen, mit denen sie wahrnehmen, was kein Auge je gesehen. Gesegnet sind die Trauernden, denn diese Erde braucht sie.”

Diesen Text entwarf Wolfgang Teichert, Pastor und
ehemaliger Vorsitzender des Instituts für Trauerarbeit (ITA) e.V.,
als Leitgedanken für unsere Arbeit.

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TRAUERN IST LEBEN IN SEELENTIEFE

Es mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, dass, wie oben beschrieben, die Erde die Trauernden brauchen soll, wo doch – das wird niemand bestreiten – gerade Trauernde unseres besonderen Mitgefühls und unseres Beistands bedürfen.

Der zweite Blick auf den Text enthüllt uns seine besondere Botschaft: Trauernde sind in ihren Schmerzen um den Verlust eines geliebten Menschen jener Abwehr entkleidet, die uns gewöhnlich im Alltag allen möglichen Beschäftigungen nachgehen lässt und uns hindert, das, was im Innern und in der Tiefe unserer Seele geschieht, wahrzunehmen. Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, werden wir im tiefsten Inneren unserer Seele verletzt und erleiden Schmerzen, die nahezu unerträglich sind. Zuerst versuchen wir, diese Schmerzen irgendwie zu überleben, bis wir uns traue(r)n, mit ihnen zu leben.

Trauern ist ein Leben in der Seelentiefe, und Trauernde konfrontieren ihre Mitmenschen mit der Existenz dieser Tiefe. Sich auf diese Seelentiefe einzulassen, ist in unserer modernen Welt nicht besonders populär. Wo sind Raum und Zeit, sich nach innen zu wenden, auf die Stimme unserer Seele zu hören, zu fragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Trauernde Menschen verkörpern diese Fragen und geraten damit nicht selten in eine Isolation in unserer Gesellschaft. Oft müssen sie sich in verschiedenen Lebensbereichen die größte Mühe geben, ihre Trauer zu verbergen.

Das Institut für Trauerarbeit (ITA) e.V. bietet aus diesen Gründen trauernden Menschen einen Ort und verschiedene Begegnungsmöglichkeiten über ihre Trauer zu sprechen und diese "zu leben".

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